



HALLBERG-RASSY

255 MAL GEBAUT ZWISCHEN 1980 UND 1991
Die Hallberg-Rassy 42 (E) wurde von 1980 bis 1991 gebaut. Insgesamt 255 Stück hat die Werft verlassen. Viele Leute bewundern dieses Modell für das saubere Flushdeck. Unzählige 42E haben um die Welt gesegelt. Zu den meist bekannten Eignern von Hallberg-Rassy 42E zählen Rollo Gebhardt aus Deutschland mit "Solveig IV", John Neal aus USA mit "Mahina Tiare II" und Max Winkless aus Australien. Anfangsweise wurde nur Ketschtakelungen angeboten, später auch Sloops. Die jüngsten 42E sind fast ausschliesslich als Sloop gebaut worden. Die Sloop-Ausführung hatte einen 1,47 m höheren Mast, Mastposition war gleich mit der Ketschtakelung. Die Vorsegelwinschen waren grösser für Sloopgetakelte Exemplare. Die 42 (E), von Enderlein konstruiert, soll nicht mit der Hallberg-Rassy 42 (F) verwechselt werden. Die 42(F) wurde von Frers gezeichnet und zwischen 1991 und 2001 gebaut.

Nachdem die 38er, gefolgt von der 352 und der 312, gut angekommen waren, beschloss Christoph Rassy 1980, nach demselben Konzept eine 42-Fuß-Yacht zu entwickeln. Das bedeutete, eine große, robuste Yacht mit Mittelcockpit, Windschutzscheibe, hohem Freibord und in den blauen Streifen integrierten Rumpffenstern zu bauen. Abgerundet wurde das Konzept durch ein klares und ansprechendes, bündiges Deck.
Die Ketsch-Takelung in Kombination mit dem soliden Schanzkleid der Werft mit Teak-Reling vermittelte den Eindruck eines wahrhaft seetüchtigen Bootes. Eine Traumyacht für Langstreckensegler. Mit ihren 42 Fuß war die Yacht weder zu groß für zwei Personen noch zu klein für eine komfortable Weltumsegelung. Das großzügige Raumangebot überzeugte Bootskäufer und Testcrews von Yachtmagazinen. Die Yacht erhielt gute Testbewertungen, was unter anderem an ihrer Aufteilung lag. Dank des mittig angeordneten Cockpits und der engen Zusammenarbeit zwischen Werft und Designer entstanden drei separate Bereiche: Salon, Vorpiek und Achterkabine. Im Vergleich zu den kleineren Hallberg-Rassy-Modellen bietet sie deutlich mehr Bewegungsfreiheit, eine angenehme Stehhöhe im Durchgang zur Achterkabine sowie eine Toilette neben der Achterkabine und eine weitere direkt vor dem Mast.
Die Pantry befand sich schräg an Steuerbord, mit einer nach achtern gerichteten Spüle und einem längs eingebauten Backofen mit Theke.
Ein zu öffnendes Rumpffenster sorgte für Belüftung und Tageslicht für den Verpflegungsbeauftragten. Die wachenfreie Crew konnte sich in einer Seekoje mit Leesegeln ausruhen.
Die Achterkabine war in eine schmalere Koje an Backbord und eine Doppelkoje an der anderen Seite unterteilt.
Die Nasszelle der Achterkabine ist durch eine längs nach außen öffnende Tür zugänglich.

Ein Vorteil des Mittelcockpits ist der ausreichend große, begehbare Maschinenraum. Dort sind Generator, Heizung und Pumpen untergebracht, da er schallisoliert ist. Außerdem ermöglicht er die einfache Wartung des Motors an Bord.
Unter dem Motor befindet sich der Frischwassertank, die Dieseltanks sind unter dem Salonboden untergebracht. Die Breite des Eisenkiels wurde entsprechend dem Tankvolumen vergrößert. Zum Schutz vor Korrosion wurde er in das Rumpflaminat eingebettet. Dank dieser Methode konnte die 42E überraschend rationell und im Einklang mit der Philosophie der Werft – durchdachtes Bauen – gefertigt werden.
Der Innenraum ist komplett aus Mahagoni, ohne GFK-Einbauten oder sonstige Vereinfachungen. Diese Yacht besticht durch das gleiche wunderschöne, sorgfältig ausgewählte Khaya-Mahagoni, das zum Markenzeichen der Werft geworden ist. Sie verfügt über geschwungene, vormverleimte Leisten mit integrierten Griffen am strukturellen Schott neben Kartentisch und Pantry, Massivholz in den Kojenfronten und Schränken mit Porenfülllackierung für mehr Komfort an Bord.
Die Rumpfstruktur bestand aus einem sehr robusten, einwandigen Laminat, das durch starke Längs- und Quer-verstärkungen vom Bug bis zum Heck versteift wurde.
Lange Zeit wurde die 42E mit Ketsch-Takelung gebaut, gegen Ende der Produktionszeit war jedoch auch eine Slup-Takelung erhältlich. Diese war mit geraden Salingen und Unterlieken ausgestattet, die für Stabilität auf See sorgten.

Wie bei den meisten Hallberg-Rassy-Modellen ist der Mast auf Deck stehend, um Undichtigkeiten und Kühlung zu vermeiden. Er wird von einer massiven Stütze am Hauptschott und zusätzlich vom Schott getragen.
Die Segeleigenschaften sind auf Langstreckenfahrten ausgelegt und variieren je nach gewähltem Kiel (Tief- oder Flachkiel) und Takelage (Ketsch oder Slup). Am häufigsten wurde ein Tiefkiel gewählt, der eine zufriedenstellende Geschwindigkeit und Höhe am Wind sowie gute Windgeschwindigkeiten beim Raumwindkurs ermöglicht.
Die Bezeichnung „E“ in 42E wurde jedoch erst später eingeführt. Die gebauten Yachten trugen die Modellnummer 42 im Großsegel, am Bug, im Streifen am Cockpit und auf dem Metallschild an der Schiebeluke. Der Zusatz „E“ diente der Unterscheidung vom Nachfolgemodell 42F, das von Frers entworfen wurde. Erschwerend kam hinzu, dass die Modellnummer der 42F ebenfalls auf 42 verkürzt wurde.
HALLBERG-RASSY 42E DATEN
| Konstrukteure | Christoph Rassy / Olle Enderlein |
| Rumpflänge | 12,93 m / 42' 4" |
| Wasserlinie | 10,5 m |
| Breite | 3,78 m |
| Tiefgang, leeres Standardschiff * | 2,05 m |
| Verdrängung, leeres Standardschiff | 11 500 Kg |
| Kielgewicht | 4 500 Kg |
| Kieltyp | Eingegossenen Eisenkeil in tiefer Bilge |
| Segelfläche mit 100 % Arbeitsfock, Ketsch | 79 m² |
| Segelfläche mit 100 % Arbeitsfock, Sloop | 75,5 m² |
| * = Auch mit 30 cm geringerem Tiefgang erhältlich; eingegossenen Bleikiel |
| Segelfläche mit Genua, Ketsch | 101,5 m² |
| Segelfläche mit Genua, Sloop | 95 m² |
| Stehhöhe Salon | 1,85 m |
| Motor, Volvo Penta | MD 21, MD 31A, TMD 31 |
| Leistung bei MD 31A | 62 PS / 46 kW |
| Geschwindigkeit unter Motor | 8,1 Knoten |
| Frischwasser | 725 Liter |
| Diesel | 395 Liter |
| Mast über Wasser, Ketsch, ohne Windex | 16,27 m |
| Mast über Wasser, Sloop, ohne Windex | 1,74 m |
| Transporthöhe ohne Windschutzscheibe, abmontierte Genuawinschen | 3,82 m |
| Transporthöhe mit Windschutzscheibe | 4,00 m |