Hallberg-Rassy 39

Technische Beschreibung
für die Standardausführung, klassische Aufteilung:

Rumpf und Deck
Das Laminat ist hand­aufgelegt. Der Rumpf wird über Wasser mit ge­schlossen-porigem Divinycellschaum gegen Wärme und Kälte isoliert. In den Rumpf ist eine Scheuerleiste mit Messingschiene integriert. In das Gelcoat ist ein blauer Dekorstreifen eingelegt. Unter dem Fussboden ist eine durchgehende GFK-Boden­wrange. Der Bleikiel mit tiefem Schwerpunkt wird mit 13 Edelstahl­kielbolzen unter­gebolzt. Das Ruder ist sorg­fältig gelagert, für ein sen­sibles Rudergefühl. Das Motoren­funda­ment ist aus massivem Kunststoff gebaut, um beste Schalldämmung zu erreichen. Der Aufbau ist in Sandwichlaminat, stellen­weise massiv. Rumpf und Deck werden zusammenlaminiert. Die Rüst­eisen sind auf ein­laminierten Hilfsschotten angebolzt. Maststütze aus Edelstahl. Die Schotten sind beidseitig anlaminiert, an Rumpf und Aufbau.

An Deck
Deck, Cockpit, Cockpitreling, sowie Schanzkleid mit Teak. Handläufe über die gesamte Länge des Aufbaus in Teak. Stabiler Stevenbeschlag mit integrierter Ankerrolle, vorbereitet für Original 20 kg Delta-Anker (Extraausrüstung). Stauraum für Kette und Fender in großem Ankerkasten. Auf dem Schanz­kleid vorn, achtern und mittschiffs je zwei Belegklampen. Bug- und Heckkorb mit Öffnung für leichtes Anbordkommen. Seereling mit 4 Stützen und doppelten Zügen. Jeweils zwei Wasser­abläufe auf jeder Seite im Deck, die das Regenwasser kurz über der Wasserlinie über Bord leiten, um Schmutz­streifen am Rumpf zu vermeiden. Decksver­schrau­bungen für Wasser- und Dieseltanks auf getrennten Seiten um Verwechs­lungen zu vermeiden. Vor­segel- und Großschot­schie­nen mit Blöcken, die vom Cockpit aus stufenlos verstellbar sind. Zwei Vorsegel­schot­winschen Lewmar 50 CST selbstholend und zwei Grossschotwinschen Lewmar 30 CST selbstholend. Schot­schienen, Rut­scher, Blöcke und Winden von Lew­mar. Sky­lights im Vordeck, im Salon und in der Achterkajüte. 11 Seitenfenster im Aufbau, mit Aluminiumrahmen, davon 10 Stück zu öffnen. Neben dem Mast ein Schwanenhals aus rost­freiem Stahl zum Durchführen der Mastkabel. Im Gasfach an Deck Bb ist ein se­pa­rater Stauplatz für zwei sechs Kilo Gasflaschen (P6).

Cockpit
An Bb große trockene Backskiste mit Staufach für die Nieder­gangs­steckschotten. Teakgräting auf dem Cockpitboden. Rad­steuerung mit Einhebelschaltung. Instrumentenpaneel für Motorstart und Überwachung in der Steuersäule, für den Steuer­mann leicht erreichbar. Zwei grosse Cockpitlenzer. Schwalbennest an Bb. Stabile Windschutzscheibe mit gehärteten Glas­fenstern, mit Mittelteil zum Öffnen und Sprayhood über den vorderen Bereich des Cockpits. Die Sprayhood kann nach vorne weg­geklappt und unter einer Schutz­persenning verstaut werden. Hochglanz lackierter Teakholz-Cockpittisch an der Steuersäule. Auf beiden Seiten des Schiebe­luks Abstellflächen, mit Schlingerleisten, aus Teakholz, die als Ablage, Kartentisch, etc. genutzt werden können. Niedergangsschotten und Ab­stell­flächen in Teak natur (unlackiert). Über dem Schiebeluk je ein Raymarine ST60+ Log, Lot und Wind­instrument.

Mast und Rigg
3-Sailing-Rigg von Seldén. Grossbaum mit zweifachem Patentreff und Unterliek­strecker. Rodkick von Seldén. Vorsegelrollreffanlage Seldén Furlex. Drei Winschen für Reffen, Gross- und Fockfall und diverse Klampen am Mast. Spinnaker­baum­schiene und alle übrigen Beschläge zum Führen der Spinnaker­ausrüstung am Mast fertig vorbereitet. Kräftig dimension­iertes stehendes und laufendes Gut, für lange Lebensdauer. Wanten­spanner mit Alu­miniumschutzrohren von Seldén. Gross- und Fockschot. Blöcke und Winschen von Lewmar. Club- und Gastflaggenleinen. Decksbeleuchtung. Windex am Masttopp.

Segel
Grossegel und Kreuzfock aus erstklassigem Material in Offshore-Ausführung mit Lederverstärkungen von Elvström-Sobstad, Dänemark. Gross­segel mit zwei Reffreihen, Mastnut­rutschern und Tau­unterliek, Segellatten und Segelsack.

E i n r i c h t u n g
Ausbauvarianten
In der Standardausführung hat die Yacht zwei Salonsofas und zwei getrennte Kojen achtern. Gegen Aufpreis kann der Salon mit einem Sofa und zwei Sesseln, und die Achterkabine mit einem mittig angeordneten Doppelbett und Sitzen an jeder Seite, ausgestattet werden. Diese Varianten können jeweils mit der Stan­dardausführung kombiniert werden, somit ergeben sich vier Ausbauvarianten. Die Sessel und das Doppelbett müssen speziell bestellt und bestätigt werden.

Grundsätzliches
Alle Innenarbeiten in hellem Mahagoni, mattlackiert. Alle Schotten und Holz­ober­fläch­en wie Tischplatte, Karten­tisch, und so weiter sind so ausgesucht, dass Furnier und Schnittholz zusammenpassen. Alle Schränke sind, soweit möglich, mit Ven­til­ations­gittern oberhalb der Schranktüren versehen. Lackierter Fussboden in Teaksperr­holz mit hellen Dekorstreifen. Helle Decken­paneele mit Mahagoni-Dekorstreifen im Salon. Die übrige Decke in hellen Paneelen. 12 cm dicke Matratzen auf allen Kojen. Um Kondenswasser zu ver­meiden, liegen die Matratzen auf unlackiertem und mit Ventilations­löchern versehenen Kojen­brettern. Handläufe an allen wichtigen Bereich­en. Teppich im gesamten Boot, mit Ausnahme der Pantry. Der Teppich ist mit Druckknöpfen befestigt, um Verrutsch­en zu vermeiden. Gardinen an den Seiten­fenstern und unter den Skylights.

Salon
Stehhöhe 1,92 m. Stb 2,00 m langes L-Sofa mit abgerundeter Ecke. Das Sofa erlaubt eine bequeme Sitzhaltung, die dem Bordgebrauch angepasst ist. Das Bb-Sofa ist 2,00 m lang. Beide Sofas haben eine hochklappbare Rückenlehne. Dadurch kann Backbord die gesamte Sitzfläche bis zur Bordwand als Koje genutzt werden. An Steuerbord wird der Platz als Stauraum benutzt. Es sind 6 Schlafplätze an Bord vorhanden. Zwischen den Sofas steht ein stabiler Tisch mit beidseitig klapp­baren Flügeln. Im Tisch befindet sich eine Bar, zugänglich von oben.

Pantry
Arbeitsfläche in weissem Laminat mit umlaufender kräftiger Schlingerleiste. Sorgfältig isolierte Eisbox mit Korb und Kühlaggregat. Doppeltes Abwaschbecken, seegerecht in extra tiefer Ausführung. Zweiflammiger, halbkardanisch aufgehängter Herd/Back­ofen mit viel Platz zum Pendeln. Der Herd ist ausgerüstet mit Topf­hal­tern, einer Verriegelung für die Back­ofentür und einem Schieberiegel, um den Herd im Hafen festzusetzen. Sicherheitsabsperrventil in der Gasleitung unter dem Herd. Unterteilter Ge­schirr­schrank und Besteckkasten. Schneidebrett. Platz für Töpfe und alle Kleinigkeiten, die man in der Pantry braucht. Unter der Spüle ist Platz für einen Abfallbehälter.

Toilettenraum
Schotten und Schränke in weissem Laminat. Duschwanne sorg­fältig abgedichtet. Teakgräting. Waschbecken und Abstellfläche aus Corian. Grosser Spiegel. Separate Dusch­kabine mit Plexiglastüren. Eine wartungsfreie, elektrische Duschabsaug­pumpe fördert das Duschwasser direkt Aussenbords. (Es gelangt kein Abwasser in die Bilge) Für grössere Betriebssicherheit wird die Duschpumpe per Hand geschaltet. Der gesamte Toilettenraum ist leicht sauber zu halten. Stabile Pumptoilette. Der rost­freie 72 l Fäkalientank kann auf See durch Gravi­tation oder im Hafen durch einen Decks­absaugbeschlag ent­leert werden. Ventilation durch ein zu öffnendes Fenster. Steh­höhe im Dusch­raum 1,93 m, im Toilettenraum 1,92 m.

Vorpiek
Zwei 2,05 m lange Kojen mit viel schliessbarem Stauraum darüber und darunter. Hängeschrank Stb und Ablagefläche Bb. Die Tür zur Vorpiek ist so angeordnet, dass noch genügend Bewegungsfreiheit vorhanden ist, um sich umzuziehen. Ein Skylight zum Öffnen sorgt für Licht und gute Belüftung. Füllbrett zwischen Kojen. Electrolux­ventilator auf dem Vordeck.

Kartentisch
Bequemer Navigationssitz mit grossem Kartentisch und Karten­fach darunter. Darüber befindet sich ein Instrumentenregal mit Platz für die Montage von Instrumenten, wie z.B. Radar/Kartenplotter. Seitlich befinden sich Schubladen und Stau­fächer. Zur Bordwand hin ein Seitenschrank und die Elektro­zentrale, die leicht überschaubar und geschützt angeordnet ist. Zwei Bücherregale gegen den Motorraum.

Durchgang
Im Durchgang nach achtern befinden sich zwei große Türen zum Motorraum, die sorgfältig isoliert und abgedichtet sind. Durch Ausnutzung des Cockpittsülls ergibt sich eine grosszügige Durchgangsstehhöhe von max. 1,83 m. Kleider­schrank im Durchgang.

Achterkajüte
Die Achterkajüte ist durch eine Tür im Durchgang erreichbar.
Direkt an Bb ist ein Kleiderschrank, dahinter befinden sich zwei bequeme Kojen. Über und unter den Kojen befinden sich Stauräume. Am Motorraumschott ist ein Spiegel. Alternativ gegen Aufpreis ist eine extra breite Doppelkoje in der Mitte, mit Sofas Bb und Stb möglich.

Motor und Motorraum

Der Volvo Penta D2-55, 41 kW/55 PS, 2,2 Liter Hubraum, 4-Zylinder ist mit vier Schwing­ungs­dämpfern auf einem stabilen Fundament montiert, um Vibration und Schall zu ver­meiden. Der Motor ist zwei­kreisgekühlt. Hydraulisches Wendegetriebe.Dreiflügliger Fest­propeller. Die feste Welle hat eine war­tungs­freie Abdichtung und ein wassergeschmiertes Wellen­lager. Nasse Abgasleitung in Gummi. Der 40 Liter-Warmwasserbehälter wird über das Motorkühlwasser oder 230 V Land­strom erhitzt. Durch die gute Isolierung des Warm­wasser­bereiters bleibt das Wasser auch über Nacht warm, so dass am Morgen genug warmes Wasser zum Duschen vorhanden ist. Der Motor wird durch eine separate 62 Ah 12 V Batterie versorgt. Grosser Filter für Kühlwasser. Die Lenzpumpe ist so montiert, dass sie auch unter schlechten Bedingungen gereinigt werden kann. Platz für einen Diesel­generator ist vorhanden.

Diesel
Zirka 460 l Diesel in rostfreien Tanks, verteilt auf zirka 135 Liter unter dem Salonboden und zirka 325 Liter unter dem Stb-Salonsofa. Der untere Tank ist mit einem Tank­messer versehen. Zu­sätzlich zum Dieselfilter am Motor wird ein extra großer Diesel­filter mit Wasserabscheider im Motorraum installiert. Die Reich­weite bei mittlerer Fahrt in ruhigem Wasser beträgt zirka 920 See­meilen.

Wasser
Zirka 460 l Wasser, verteilt auf zwei Tanks (vorderer 240 l, achterer 220 l), beide unter dem Fussboden im Salon. Tankmesser mit Uhr am Kartentisch. Automat­ische Druckwasserpumpe mit 2-Liter Druckausgleichsgefäß. Wasserverteiler, separat für Warm- und Kaltwasser, im Motorraum mit separaten Leitungen zu allen Zapfstellen. Aktivkohlefiltersystem. Auffüllen des Wassers von Deck. Zwei Bilge­pumpen; eine manuelle und eine elektrische Tauch­lenzpumpe mit viel Kapazität für Notfälle.

Elektrik
Zwei separate Stromkreise, einer mit 12 V und 62 Ah Starterbatterie für den Motorstart und ein zweiter, 12 V 235 Ah, Tractionbatterien, für die übrige Versorgung an Bord. Batterieladung durch Drehstromgenerator, 115 A, vom Motor. Halogen-lampen an allen strategisch wichtigen Stellen in die Decke eingelassen. Über den Kojen verstellbare rostfreie Lampen mit Halogenbirnen. Über dem Sofa Dekora­tionsbeleuchtung mit indirektem Licht. 12 V Steckkontakte am Karten­tisch und im Cockpit. Sicherungsautomaten mit Schalt­ern, auf einer Elektrozentrale neben dem Kartentisch. Wasser- und Dieseltankanzeige. Navigationslampen, Dampfer­licht nach internationalen Be­stimmungen, mit Schalter direkt auf der Schalttafel für erhöhte Betriebssicherheit. Die Elektrozentrale ist für den nachträglichen Einbau von weit­erer Ausrüstung vorbereitet. Ein Schaltschema wird mitgeliefert.

Instrumente
Raymarine ST 60+ Log, ST 60+ Lot und ST 60+ Wind. Magnetkompass, Drehzahlmesser und Voltmeter für Motorstart auf der Steuer­säule, sowie Betriebstundenzähler und Öldruckanzeige. Innen Tankuhr für Diesel und Frischwasser.

Heizung
Warmluftheizung Webasto Airtop 3500 Diesel, 3,5 kW, mit Auslässen im Salon, in der Vorpiek, im Toilettenraum und in der Achter­kajüte. Die Heizungsschläuche sind so weit wie möglich isoliert, um besten Wirkungsgrad zu erzielen. Der Rumpf ist wärme­isoliert, daher sind der Heizungsbedarf und der damit zusammenhängende Strombedarf minimal. Das Abgasrohr der Heizung wird in dem blauen Dekorstreifen nach aussen geführt. Die Heizung ist im Motorenraum montiert, und für Service leicht erreichbar. Mit Ausnahme der Öffnung im Salon können alle Austritte getrennt reguliert werden.

Kühlung
Das Kühlaggregat Isotherm SP-System ist mit einem wasser­gekühlten 12 Volt Danfosskompressor ausgerüstet. Die Kühlanlage hat einen hohen Wirkungsgrad bei einem geringen Stromverbrauch, dadurch kann sie mehrere Tage, ohne Nachladen der Batterien, betrieben werden

Ventilation
5 Skylights, 10 Fenster sind zu öffnen. Ventilation im Niedergangsschott, zwei Doradelüfter auf dem Salondach und vier Electroluxlüfter: 1 auf dem Vordeck,1 auf WC und 2 über der Achter­kajüte.

Steuerung
Radsteuerung mit Kardanlenken und progressivem Ruderausschlag. Die Steuerung ist sehr sicher und gleichzeitig feingefühlig. Kompass mit Beleuchtung, Einhebelschaltung für den Motor direkt an der Steuersäule. Das Steuerrad ist mit Leder bezogen.

Sicherheit und Beachtenswertes
Alle Aussenhautdurchführungen sind mit Kugelventilen mit Delrindichtung für schnelles und sicheres Schliessen abgesichert. Doppelte Niro-Schlauchklemmen unter Wasser. Für die Toiletten werden Spezialschläuche benutzt, die nicht diff­undieren. Die Elektrokabel werden in Spezialrohren verlegt. Wo dieses nicht mög­lich ist, werden sie zusammengebündelt, so dass sie nicht gegen die Aussenhaut liegen. Dadurch ist das Schiff leichter sauber zu halten. Grosse Speigatten, so dass sich Wasser in der Bilge sammeln kann. Die Lenzpumpen sind so montiert, dass sie auch unter schlechten Bedingungen gereinigt werden können. Luken zum besseren Erreichen von Ventilen und Loggeber. Drei Feuerlöscher.

Anstrich und Lackierung
Innenlackierung mit seidenmattem, 2-Komponenten-Lack. Unterwasseranstrich zweimal Epoxisperrprimer + zweimal Antifouling.

Zertifikation
Das Boot wird mit CE-Zertifikat und CE-Plakette für Bereich A (unbegrenzte Ozean­fahrt) geliefert.

Übrige Ausrüstung
- Flaggenstock
- Reservepinne
- Bootshaken
- Grossegelpersenning (entfällt bei Rollmast)
- 6 Fender, 55 cm
- 4 Festmacherleinen, 10 m, 16 mm
- 15 Kg Breeze-Anker für Heck
- 30 m Ankerleine für obiges
- Kettenvorläufer für obiges
- 3 Winschkurbeln
- Ersatzglühbirnen

Alternative Ausführung ohne Mehrkosten
- Stb-Sofa mit gesamter Fläche auch hinter Rückenlehne zum Schlafen ausgenutzt. Eckige statt runde Ecke
- Arbeitsfläche der Pantry in hellem Marmorlaminat statt weissem Laminat.

Extra Ausrüstung
Siehe separate Liste.

Änderungen vorbehalten.
Die Zeichnungen sind nur zur Orientierung, nicht für Massentnahme geeignet und zeigen teilweise Extraausrüstung.

 

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